Projekt





Aufbau eines Naturgefahren-Informationssystems in Nordost-Venezuela
Bericht über die bisherigen Arbeiten des wissenschaftlichen Beirats der Europäisch-Karibischen Gesellschaft e.V. / Konstanz mit ArcView GIS in Nordost-Venezuela (Auszug)




Perspektivische Darstellung von Hangneigungen (Nordwestansicht der Cerbatana,
SRTM,C-Band, DEM) Steilere Hänge sind in Braun- und Grüntönen dargestellt. Die
helle, ebene Oberfläche der Gipfelregion beruht auf Bildverarbeitungsprozessen und
entspricht nicht den natürlichen Gegebenheiten).


Der Schutz der Region Parias in Nord-Venezuela erfordert eine gründliche wissenschaftliche Vorarbeit wie die geologische Bestandsaufnahme, die biologische Inventarisierung und die Untersuchung ökologischer Wechselbeziehungen.

Das Konzept der Partner , - die Europäisch-Karibische Gesellschaft e.V./ Konstanz, die Fundacion-Thomas-Merle/ Carupano und die Asociacion Civil Mundo Mar/ Caracas, Venezuela, sieht die Entwicklung eines EDV-gestützten Umwelt-Informationssystems vor, das allen Interessierten wie staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen für eine umweltorientierte Regionalplanung und für gezielte Bildungsarbeit zur Verfügung stehen soll.

Die Realisierung des gemeinsamen Programms soll in mehreren, miteinander verknüpften Projekten erfolgen. Bisher definierte Projekte umfassen
1. den Aufbau eines Geoinformationssystems für Paria,

2. die Errichtung einer permanenten Forschungsstation,
3. die Anlage von Naturlehrpfaden und
4. den Aufbau einer Schule für ökologische Touristenführer.

Der Aufbau der Umweltdatenbank für ein Umweltinformationssystems gliedert sich in verschiedene Projektteile. Ein Projektteil beinhaltet die Durchführung eines Sets von interdisziplinär angelegten Detailstudien, ein weiterer Teil die Recherchierung und Integration bereits vorhandener Informationsquellen und ein weiterer Teil den Aufbau und Betrieb eines Umweltinformationssystems vor Ort (Hard- und Software, Ausbildung des lokalen Personals).

Da Venezuela immer wieder von Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Massenbewegungen, etc. betroffen wird, die die Entwicklung dieses Landes erheblich beeinträchtigen , sollen im Rahmen dieses Vorhabens auch die geologischen Bedingungen und die Erdbebengefährdung in Nordost-Venezuela/ Estado de Sucre / Paria erfasst und anschließend in ein Naturgefahren-Informationssystem mit verschiedenen Daten-Ebenen (Layer-technik) eingegeben werden. Entwicklungsländer wie Venezuela , in denen für eine wirksame Vorsorge das Geld und eine effiziente behördliche Infrastruktur fehlt, werden von Naturkatastrophen besonders betroffen.

In allen Bereichen der öffentlichen und privaten Planung bilden Daten über die Gefährdung der betreffenden Gebiete durch Naturgefahren eine wichtige Grundlage für die Entscheidungsfindung. Das mögliche Schadensbild durch Erdbeben und Erdbebenfolgeschäden wie z.B. Hangrutschungen oder Bodensetzungen je nach lokalen Standortbedingungen soll erfasst und besonders gefährdete Bereiche abgegrenzt werden. Dazu können Auswertungen bislang vorliegender geophysikalischer Aufzeichnungen seismischer Ereignisse, geologische Geländeuntersuchungen sowie Auswertungen von Satelliten- und Flugzeugaufnahmen zur Erfassung von Bruchzonen im Untergrund beitragen.

Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden in die Ausarbeitung von Gefahrenhinweiskarten Nord-Venezuelas einfließen. Infrastruktureinrichtungen wie Versorgungs-leitungen (Wasser,Strom, Gas), Kanalisation, Tunnel, etc. werden mit Gefahren-hinweiskarten überlagert, um mögliche Risikobereiche genauer zu lokalisieren. Es ist geplant, venezolanische Studenten im Austausch beim Aufbau dieses Informationssystems zu schulen.






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